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100 Jahre Berker – 100 Jahre innovatives Schalterdesign
Inspiration hat Tradition: Eine Marke aus dem Geist der Moderne

1919 – ein Jahr, das mit der Gründung der berühmten, neuartigen Kunstschule namens Bauhaus zum Wendepunkt in der Designgeschichte wird und zugleich die Geburtsstunde des traditions­reichen Schalterherstellers Berker aus Schalksmühle markiert. Mit dem damaligen Epizentrum der gestalterischen Moderne verbindet die Marke Berker seither viel: Schon in den Dessauer Gebäuden von Walter Gropius wurden Berker-Schalter installiert. Seit dem ersten Schalterentwurf legten die Brüder Robert und Hugo Berker Wert auf eine schlüssige Verbindung von Form und Funktion sowie auf eine klare, reduzierte Ästhetik ihrer Produkte. Diese Design­philosophie gilt auch nach einem Jahrhundert noch: Gestalterisch wie technisch blieb das Unternehmen immer auf der Höhe der Zeit, lieferte und liefert neben Inspiration immer auch Innovation. 2019 feiert die Marke Berker, heute Teil der Hager Group, ihr 100-jähriges Bestehen – Anlass genug, auf die Meilensteine des Schalterdesigns im Berker-Portfolio zurück zu blicken.

100 Jahre Berker

Eine Erfolgsgeschichte, damals wie heute: Von der Serie 1930 zur nächsten Innovation

Schlicht, schnörkellos, solide – die Serie 1930 überzeugt ganz im Sinne des Bauhaus durch die Reduzierung auf das Wesentliche und eine funktiona­le Ästhetik. Mit ihrer charakteristisch runden Form und ihrem nostalgischen Charme verkörpert sie den Geist der Moderne und ist heute ein Klassiker unter den Schalter­lösungen. Das Programm erfüllt die zeitge­nössischen Ansprüche an modernste Elektrotechnik und bietet mit zahlreichen Funktionen umfassende Installations­möglichkeiten. Auch die Berker Serie 1930 Porzellan made by Rosenthal lädt auf eine Zeitreise ein: Das edle Material, in feinster Hand­werkskunst verarbeitet, erinnert an die Schalter der ersten Stunde. Porzellan war das Material, aus dem hochwertige Schalter gefertigt wurden, bevor Kunst­stoff den traditions­reichen Werkstoff ablöste.

Ende der 1940er Jahren setzt Berker dann dem schwarzen Duroplast-Schalter und den bis dato traditionell aus Guss oder Porzellan gefertigten wassergeschützten Schaltern eine echte Inno­vation entgegen, deren wesentliche Konstruktions­merkmale jahrzehntelang unverändert blieben: Einen wasserdichten Drehschalter aus Pressstoff.

100 Jahre Berker

Bildquelle: Berker

100 Jahre Berker

Bildquelle: Berker

Die 1950er und frühen 1960er Jahre: Eine neue Generation – der Wippschalter

Das Design erfindet sich in den 1950er und frühen 1960er Jahren neu. Berker geht mit der Zeit und bleibt zugleich seinem ästhetischen Programm mit funktionalen Formen treu: Auf die Ära der Dreh- folgt nun die der Wippschalter. Das Leitbild dieser Jahre ist die „Gute Form“. Die Ulmer Hoch­schule für Gestaltung knüpft an die Ideen von Bauhaus und Moderne an und prägt diese Zeit; die Form soll weiterhin der Funktion folgen. Berker überzeugt auch in jenen Jahren mit seinen Produkten und bietet bis 1965 runde Modelle mit unterschied­lichen Wippen an – von filigran über beleuchtet bis auffällig breit.

Von den 1960er bis in die 1980er Jahre: Formwandel – vom Runden zum Eckigen

In Politik, Gesellschaft und Ästhetik finden ab Mitte der 1960er Jahre dynamische Entwicklungen statt, im Schalterdesign geht der Trend nun zunehmend von rund zu eckig. Berker bringt 1966 einen viereckigen Wipp­schalter auf den Markt, der bis heute unser Bild eines idealtypischen Schalters prägt. Entscheidende Neuerung und eine maßgebliche Erleichterung bei der Montage: Die Ab­deck­ung dieses Schalters wird erst nach den Maler­arbeiten aufgebracht; die entsprech­­enden Oberflächen können beliebig ausgetauscht werden. Mit einer quadratischen Wippe auf einer qua­dra­tischen Abdeckplatte übersetzt Berker die typisch geradlinige Formsprache, für die das Unternehmen seit jeher bekannt ist: vom Runden zum Eckigen.

Mit der Serie Modul geht der Traditionshersteller 1968 erneut einen Schritt voraus: Berker stellt den ersten normkonformen Ganzmetallschalter in rostfreiem Edelstahl vor, eine Inno­­vation auf mehreren Ebenen. Sie revidierte die damals verbreitete Meinung, dass Edel­stahl und Metalle aufgrund ihrer Leitfähigkeit keine geeigneten Materialien für Steck­dosen und Schalter seien. Somit war Modul auch in der Pro­du­ktion seinerzeit einzigartig: Umformen und Tiefziehen, das mechanische Bearbei­ten von Edelstahl als Bandmaterial, perfektionierte Berker von da an bis zur späteren Serie K.5 im Jahr 2012. Darüber hinaus ist der Name Programm: Als eine der ersten Schalterlinien lassen sich bei Modul Schalteinsatz, Wippe und Rahmen in­dividuell mit­einander kombinieren. Bis heute erfreut sich dieses Prinzip in der Branche großer Nachfrage.

100 Jahre Berker

Bildquelle: Berker

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Von 1980 bis in die 1990er Jahre: Die Serie Glas, eine Brücke zwischen den Zeiten

Nach fast zwei Dekaden klarer Kanten im Schalterdesign vereint das Programm Berker Starpoint Anfang der 1980er Jahre die Konzepte „rund“ und „eckig“ in einem Entwurf und schafft damit eine ästhetische Punktlandung in der technoiden Gestaltungssprache jener Jahre. In gebürstetem Edel­stahl und bronzen schimmernder Optik trifft Berker den Zeitge­schmack auf den Punkt.

Als traditionsreicher Drehschalter schlägt dann die 1985 eingeführte Serie Glas mit runder Abdeckung und gläserner Ober­fläche eine stilsichere Brücke zwischen Heute und Gestern: Dieser historisch inspirierte Schalter geht auf Gestaltungs­grundsätze der Moderne zurück und greift das geo­metrische Motiv des Kreises auf. In der Re­duktion des sichtbaren Schalters auf eine kreisrunde, dezent wirkende Glasscheibe und einen filigran kompakten Knebel werden mit der Serie Glas Bauhaus-Ideen wieder lebendig. Dabei verkörpert das Programm die Zeitlosigkeit klassischer Dreh­schalter und verdeutlicht, wie gestalterische Eleganz aus der reinen Funktion heraus entstehen kann. Die Serie Glas überzeugt nicht nur in den 1990er Jahren, sondern fügt sich noch heute selbstverständlich in unterschiedlichste Interieurs ein – ob in Kom­bination von glas­klaren oder rückseitig polarweiß bedruckten Glasrahmen mit jeweils schwarzen oder weißen Kunststoff-Drehknebeln.

100 Jahre Berker

Bildquelle: Berker

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Das 21. Jahrhundert: Kantige Konturen, die Akzente setzen – die Linien K.1 und K.5

Anfang der 2000er Jahre bringt Berker die technisch ausgefeilten Designlinien K.1 und K.5 auf den Markt, die mit ihrer rechteckigen Silhouette und einem zurück­haltend linearen Design sowohl in Privathäusern als auch im Objektbereich punkten. Profiliert, konturiert, geradlinig: Dank eines reduzierten Schaltwinkels integrieren sich die K.-Programme dezent in die Wandoberfläche und unterstreichen damit optische Geschlos­senheit und Aus­gewogenheit in der Raumplanung – ein für Berker wiederkehrendes Merkmal, das insbesondere Architekten schätzen. Sowohl die polar­weiße oder anthrazit­farbene Kunst­stoff­variante K.1 als auch das Schwesterprogramm K.5 in mattschim­merndem Edelstahl oder volleloxiertem Aluminium betonen in ihrer Materialität das klare Design der Linie.

Eine runde Sache: Das Beste aus zehn Jahrzenten Schalterdesign

Mit der Generation R., dem jüngsten Erfolgsprogramm von Berker, schließt sich der Kreis einer bislang 100-jährigen, von Innova­tionen und gestalterischen Meilensteinen geprägten Unter­nehmens­­geschichte. Das 2013 mit dem Berker R.1 von Werner Aisslinger entworfene und über den Berker R.3, R.classic und R.8 fortwährend weiterentwickelte Programm zeichnet sich durch einen innovativen Materialmix – von Beton oder Schiefer über Acryl bis hin zu Holz oder Leder – sowie eine Vielzahl an Funktionen aus. Dabei ist das verbindende und prägende Gestaltungs­element der vier R.-Linien immer der Kreis – der sich damit schließt, denn mit einem kreisrunden Schalter hatte 1919 alles begonnen.

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